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Die eigentlichen Sommerferien lassen sich bei uns diesmal eigentlich ganz gut einteilen in unser Leben mit Freya, unserem Kindermädchen auf Zeit, und Tims Beginn in der Klinik.

Mary Poppins ist gelandet

Ende Juli fuhr Michael direkt von der Arbeit weiter zum Frankfurter Flughafen, um Freya in Empfang zu nehmen. Man verstand sich direkt, und wir versuchten sie grob vorzubereiten, was sie am nächsten Tag erwarten würde. Denn Tim würde mal wieder um 08.00 von seiner Integrationskraft abgeholt werden. Wie dies ablief hatte ich ja im ersten Teil versucht zu beschreiben.

Auf der anderen Seite hatten Oskar und Frederik noch Kindergarten, so dass Freya in der ersten Woche an den Vormittagen – sobald Tim aus dem Haus war – Zeit hatte, sich in ihrem neuen Zuhause zurecht zu finden.
Freyas ZimmerWir wollten, dass Freya sie sich bei uns wohl fühlt, und dass sie einen schönen Rückzugsort hat, in dem sie sich gerne aufhält. Deswegen haben wir ihr Julias Schlafzimmer – das größte der Kinderzimmer – zurechtgemacht. Außerdem haben wir ihr für die 6 Wochen in unserem Fitnessstudio, das fußläufig zu erreichen ist, die Mitgliedschaft bezahlt, in der Hoffnung, dass sie so 1. vielleicht Gleichaltrige kennen lernen kann, und 2. auch gegebenenfalls Stress abbauen kann. Bei mir selber hilft Sport immer am besten, um Stress und Sorgen für einen Moment zu vergessen…. Leider komme ich momentan viel, viel zu selten zum Sport.

Gekommen, Gesehen, Verliebt

Ich glaube die Überschrift beschreibt sehr schön, wie Freya bei all unseren Kindern angekommen ist. Die Jungs sind Helfer in unserer Familie ja nun eh schon gewöhnt und deswegen Fremden gegenüber generell auch sehr offen. Von Freya waren sie allesamt begeistert. Und zu Recht. Sie hatte von Anfang an überhaupt keine Berührungsängste, und man merkte, wieviel Spaß ihr die Arbeit mit Kindern bereitet. Freya hatte sich schon Zuhause einige Aktivitäten überlegt, die sie mit den Jungs machen könnte. Für einige hatten Tim und Oskar, oder auch mal Frederik, nicht die nötige Ruhe, aber Freya nahm es sich nie zu Herzen sondern überlegte sich, was sie stattdessen mit den Kindern machen könnte.

Jedes unserer Kinder ist wirklich einzigartig. Freya hat ganz schnell erkannt, wo die Interessen liegen, und mit was für Angeboten man sie locken könnte.

DSCN1827_kleinBei Frederik ist es eigentlich ganz simpel. Denn wie Frederik mir immer wieder selber sagt ‚Ach Mummy, ich liebe es einfach zu spielen!‘. Das macht er stundenlang. Einfach spielen. Lego bauen und dann damit spielen, Playmobil, Superhelden Figuren, Autos. Sich verkleiden. Er kann sich wirklich stundenlang beschäftigen. Auch alleine, aber wenn jemand sich zu ihm gesellt, dann schwebt er im 7. Himmel. Freya selber sagte anfangs einmal, dass sie durch Frederik selber wieder lernen würde wie man richtig mit Lego spielt, statt nur zu bauen. Die ersten Mal, wenn Freya an einem ihrer freien Vormittage das Haus verließ, fragte Frederik immer besorgt, ob Freya auch wiederkommen würde. Wenn wir dies bejahten strahlte sein ganzes Gesicht.

DSCN1826_kleinTim beschäftigt sich nach wie vor überwiegend mit Lego. Außerdem schaut er sich immer noch sehr gerne auf dem Tablet Lego Rezensionen und kleine Lego Filmchen an. Täglich hat er 40 Minuten ‚Computer Zeit‘, die er sich einteilen kann. Mit Freya fing Tim an, selber kleine Stop Motion Videos mit seinen Lego Figuren zu drehen. Mich hat er auch schon mehrfach danach gefragt, aber ich hätte überhaupt keine Ahnung gehabt wie man so etwas angeht. Freya hat sich mit ihm hingesetzt und es einfach gemacht.

DSCN0482_kleinOskar überschüttete Freya auch mit Herzchen, die aus seinen großen Augen in ihre Richtung schossen. Freya merkte schnell, dass Oskar nicht wirklich spielt, und dass seine Konzentrationsfähigkeit was basteln etc angeht nicht die beste ist. Was sie aber auch merkte ist, wie viel er mit seinen Händen macht, wie lange und gerne er sich zB mit Handwerken oder Kneten beschäftigt. Und so hat sie sich dementsprechend Aktivitäten überlegt. So kam es, dass Oskar sich ungelogen mehrere Stunden mit selbstgemachtem Magic Sand, Cloud Dough und ähnlichem vergnügte.

Und Julia. Ja unsere Julia macht es anderen Leuten wirklich leicht, sich in sie zu verlieben. Aber trotzdem macht sie ganz klar den JuliaUnterschied zwischen Mummy und dem Rest der Welt. Es ist nicht so, dass ich sie nicht abgeben kann. Beim Sport macht sie es überwiegend ganz toll. Doch sobald sie mich sieht oder hört möchte sie zu mir. Und das ist ja auch gut so. ich finde es gar nicht schlimm, aber manchmal ist es ja auch ganz schön, mal ganz ohne Kind zu sein. Ein Luxus, in den ich natürlich normalerweise natürlich nicht komme. Nach und nach gehörte Freya auch für Julia immer mehr zur Familie, so dass sie sich problemlos von ihr bespaßen, wickeln, hinlegen etc ließ.

Ja, es machte wirklich einen großen Unterschied. Für jedes unserer Kinder war es eine große Bereicherung. Und für uns auch. Dabei hatte ich durchaus etwas Sorgen gehabt, 6 Wochen lang jemand anders in unserem Haus zu haben. Würden wir uns selber unwohl/eingeschränkt fühlen? Aber dies war wirklich überhaupt nicht der Fall. Freya war sehr selbständig. An ihren freien Tagen machte sie Ausflüge, ging zum Sport oder war auf ihrem Zimmer. Abends war sie meist auf ihrem Zimmer und skypte mit Freunden oder schaute fern, oder gesellte sich auch mal zu uns.

Das größere Problem war anfangs eher, dass die Jungs es überhaupt nicht verstanden, dass Freya nicht jeden Tag den ganzen Tag für sie da sein kann, sondern dass sie auch mal ‚frei‘ hat. Problematisch war auch, dass sie zunächst die Jungs ab und zu zu sich ins Zimmer eingeladen hatte zum Spielen. Als wir merkten, dass sie sich ihr immer mehr aufdrängten, und wir Angst hatten Freya würde nicht zu ihren wohlverdienten Pausen kommen, haben wir ganz strikt die Regel gestellt, dass niemand außer Freya in ihrem Zimmer erlaubt sei, und haben noch einmal erklärt, dass Freya hier arbeitet und nicht nur lebt, und sie deswegen auch Pausen und freie Tage braucht.

sibling loveDa die Wochenenden oft sehr schwierig sind hatte ich mit Freya ausgemacht, dass sie ihre freien Tage während der Woche bekommen und dafür am Wochenende mit aushelfen würde. Das hat bedeutet, dass wir einige schöne Ausflüge gemacht haben. Michael zum Beispiel ist mit den Jungs und Freya zu einem schon länger geplanten Camping Trip gefahren, den er aufgrund der Schwierigkeiten schon abgeschrieben hatte. So hat Freya an den Wochenenden zwar nicht frei gehabt, aber trotzdem (hoffentlich) eine Menge Schönes gesehen und erlebt.

Ich denke ihr könnt euch vorstellen, wie schwer uns allen Ende August der Abschied gefallen ist. Frederik hat hemmungslos geweint, aber auch Tim und Oskar haben deutlich gezeigt, wie sehr sie sie vermissen würden.

Freya
Dies war also die eine Seite unserer Sommerferien. Der zweite Teil war, wie gesagt, Tims Beginn in der zweiten Klinik Anfang August. Wie ergeht es ihm dort, ganz alleine ohne uns? Kommt er zurecht? Wie geht es uns damit? Und wie sieht möglicherweise die Zukunft aus? Damit werde ich mich hoffentlich in meinem weiteren Beitrag auseinander setzen.

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