Patholocical Demand Avoidance (Pathologische Vermeidung von Anforderungen)

Menschen mit dem PDA-Syndrom vermeiden aufgrund ihrer häufigen und intensiven Angstzustände, Forderungen Anderer nachzukommen, wenn sie dadurch das Gefühl bekommen, die Kontrolle über etwas zu verlieren.

Das Pathological Demand Avoidance-Syndrom (PDA-Syndrom) wurde in den 1980er Jahren zuerst von Elizabeth Newson als eine tiefgreifende Entwicklungsstörung beschrieben, welche sich von Autismus unterscheidet. Heutzutage wird das PDA-Syndrom zunehmend als Teil des Autistischen-Spektrums anerkannt.

Obwohl das PDA-Profil in Großbritannien zunehmend anerkannt und erforscht wird, ist es aktuell noch nicht in den diagnostischen Manualen aufgenommen worden.

PDA-ist eine lebenslange Beeinträchtigung, und ähnlich wie beim Autismus und dem Asperger Syndrom, benötigen Menschen mit PDA je nach der Stärke der Beeinträchtigung unterschiedlich viel Unterstützung.

Die grundlegende Schwierigkeit für Menschen mit PDA ist ihre Vermeidung von alltäglichen Anforderungen anderer Menschen an sie, da sie extreme Angst-und Panikzustände bekommen, wenn sie das Gefühl haben bei etwas nicht selber die Kontrolle zu haben. Viele neurotypischen Kinder vermeiden Anforderungen zu einem gewissen Grad, aber Kinder mit PDA tun dies weit über das normale Maß hinaus. Aus diesem Grund wird es als pathologisch bezeichnet.

Beschreibungen legen nahe, dass Menschen mit PDA häufig über deutlich bessere soziale Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten verfügen, als andere Menschen auf dem Autistischen Spektrum und sind daher in der Lage, diese Fähigkeit zu ihrem Vorteil zu nutzen. Aber auch sie haben erhebliche Schwierigkeiten auf diesen Gebieten, meist weil sie das Bedürfnis haben, die Kontrolle über jegliche Interaktion haben zu müssen. Sie verfügen häufig über die Fähigkeit soziales Verhalten und Rollenspiele sehr gut imitieren, was dazu führt, dass sie manchmal komplett andere Charaktere und Rollen annehmen.

Die Hauptmerkmale von PDA sind:

• Zwanghaftes Wehren gegen alltägliche Anforderungen
• nach außen hin den Eindruck guter sozialer Fähigkeiten zu erwecken, jedoch bei fehlendem tieferen Verständnis von sozialen Zusammenhängen (Eltern erkennen dies oft schon sehr früh)
• Extreme Stimmungsschwankungen, die oft ganz plötzlich auftreten
• sich wohl fühlen (manchmal zu einem extremen Ausmaß) in Rollen- und „so tun als ob“ Spielen
• Sprachverzögerungen, anscheinend infolge der Passivität, die aber meist wieder sehr gut aufgeholt werden
• Zwanghaftes Verhalten, welches sich oft auf Menschen anstatt auf Dinge konzentriert

In Beschreibungen von PDA gibt es häufig eine passive Vorgeschichte, jedoch ist dies nicht immer der Fall. Es wird angenommen, dass es in einigen Fällen möglicherweise auch eine neurologische Ursache gibt, mit einer erhöhten Häufigkeit von Ungeschicktheit/Tollpatschigkeit und anderen leichten neurologischen Anzeichen.

Die Hauptmerkmale von PDA werden ausführlicher im Artikel „Merkmale von PDA“ beschrieben.

Andere Kinder auf dem autistischen Spektrum können eine oder mehrere dieser Merkmale aufweisen, aber wenn viele dieser Merkmale zusammen auftreten, ist es hilfreich, den beschreibenden Begriff PDA-Syndrom zu verwenden, denn Maßnahmen oder Strategien, die Menschen mit Autismus oder Asperger Syndrom helfen, helfen nicht immer denen mit PDA.

Menschen mit PDA können kontrollierend und dominierend sein, besonders wenn sie sich unsicher und nicht in Kontrolle fühlen. Sie können jedoch auch faszinierend und charmant sein, wenn sie sich sicher fühlen und sie die Kontrolle über etwas haben. Viele Eltern beschreiben ihr Kind mit PDA als “Jekyll and Hyde”.

Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Kinder eine versteckte Beeinträchtigung haben, und oft auf andere einen ganz normalen Eindruck machen. Viele Eltern von Kindern mit PDA haben das Gefühl, dass Ihnen zu Unrecht ein schlechter Erziehungsstil vorgeworfen wird, da zu wenig über dieses Profil bekannt ist. Diese Eltern benötigen selber eine Menge Unterstützung, da ihre Kinder häufig extrem herausfordernde Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Menschen mit PDA werden wahrscheinlich viel Unterstützung bis in ihr Erwachsenenleben benötigen. Aus den bisher nur begrenzt zur Verfügung stehenden Erfahrungsberichten geht hervor, dass Früherkennung und Frühförderung den Entwicklungsverlauf positiv beeinflussen können.

Urheber dieses Textes (auf Englisch) ist die PDA Society, von der ich die freundliche Genehmigung zur Übersetzung ihrer Texte erhalten habe.

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