Julia Felicitas

Die Ankunft einer kleinen Prinzessin

 

Am Morgen des 14.01.2015 saßen wir mit den Kindern gemeinsam am Frühstückstisch und sagten ihnen, dass wir heute ins Krankenhaus fahren würden für die Geburt ihrer kleinen Schwester.

 

Im Sauseschritt durch drei Geburten

 

Wie schon bei Oskar und Frederik würde auch diesmal die Geburt etwa zwei Wochen vor Geburtstermin eingeleitet werden. Es gab natürlich Gründe dafür, aber ich weiß, bei diesem Thema spalten sich die Meinungen. Ich halte ja auch nichts für unnötige Einleitungen, doch insgeheim war ich doch auch erleichtert. Denn meine größte Angst war, wie auch bei den Geburten davor, dass ich es nach Anfang der Wehen nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen würde.Timmy

Keine unberechtigte Sorge. Die längste Geburt war bis dato die von Tim gewesen. Ich kam um 19.30 im Krankenhaus an und hielt um 22.00 bereits unseren Tim in den Armen!

 

Bei Oskar hatte ich doch ein wenig Angst, da ich so viele Geschichten gehört hatte, dass Geburten nach Einleitungen eeeeewig dauern würden. OskarNachdem ich zunächst ein Wehen Cocktail bekommen hatte, womit ich die Nacht dann ganz wunderbar hatte schlafen können, bekam ich am folgenden Morgen dann das Gel und sollte eine Stunde liegen bleiben, ehe ich wieder auf Station geschickt wurde. Dort angekommen machte ich aber schon direkt wieder kehrt, kam um 12.00 im Kreißsaal an und hielt um 12.20 meinen Oskar in den Armen.

 

Bei Frederik war es ähnlich. Bei ihm verzichtete man allerdings auf das – widerliche!- Wehen Cocktail nachdem ich berichtete wie herrlich ich damit bei Oskar die ganze Nacht hatte schlafen können. Stattdessen bekam ich alle 3 Stunden eine Tablette. Die Wirkung ließ zwar etwas auf sich warten, doch nach der 3. Tablette ging dann plötzlich alles wieder ganz schnell. 22.00 hatte ich den Blasensprung und man rief meine Beleghebamme an.

FrederikDenn nachdem ich bei sowohl bei Tim in England, als auch bei Oskar in Deutschland eher schlechte Erfahrungen mit den diensthabenden Hebammen gemacht hatte, wollte ich diesmal sicher gehen, dass ich die Hebamme schon vorher kenne.

Bei Tim hat mich die Hebamme nur mitleidig angeguckt und wollte mich glatt nach Hause schicken, nur weil ich nicht vor Schmerzen schrie sondern mich noch verständigen konnte. Bei Oskar hat mich die Hebamme bei meinem typischen ‚Ich glaub ich schaff das nicht‘ (welches ich wirklich verlässlich kurz vor jedem Partus gejammert habe) ganz schroff mit einem ‚Ach jetzt stell’n se sich mal nicht so an, Frau Ubben‘ zum Schweigen gebracht.

 

Meine Hebamme kam gerade noch rechtzeitig an. Da sich Frederiks Herztöne plötzlich sehr verschlechterten, versuchte man, ihm Blut aus dem Kopf zu entnehmen (auch nach Ansicht meiner Hebamme völliger Quatsch, da offensichtlich war, dass er jede Minute eh draußen sein würde), während ich eine Glucose-Infusion bekam. Zum Glück war auch Frederik innerhalb von 30 Minuten geboren. Der Grund für die schlechten Herztöne war die Nabelschnur, die doppelt um sein Hälschen gewickelt war. Zum Glück ging es ihm aber soweit gut, und ich war mal wieder froh, eh schon im Krankenhaus gewesen zu sein!

 

Meine Mummy kann Babies schießen

 

Ja, nun saßen wir also am besagten Tag beim Frühstück, und da sagte mein Frederik etwas, worüber ich nur lachen konnte, und es noch immer tue wenn ich daran denke. Er sagte, an Oskar gerichtet, ‚Mummy hat keinen Willy (kindliches Englisch für Penis). Mummy hat etwas, das Babies rausschießt!`.

Die Kinder und Hund durch liebe Freunde nachmittags gut versorgt gewusst, machten wir uns also mal wieder auf den Weg ins Krankenhaus.

Dort angekommen war ich schon kurz davor wieder umzudrehen als ich mitbekam wie voll es war. Allein zur Einleitung waren mindestens 5 Frauen bestellt worden! Hätte ich das gewusst, dann hätte ich freiwillig meinen Termin nach hinten verschoben! Doch ich war dankbar und froh, alle Jungs plus Hund bei unterschiedlichen Freunden unterbekommen zu haben, dass ich das nicht noch einmal starten wollte. Also blieb ich, bekam etwa eine Stunde später dann ein Bett, und noch etwas später dann die erste Tablette.

Beim CTG nach der ersten Tablette war es im Kreißsaal dann so voll, dass das CTG im Gang geschrieben werden musste. Dafür entschuldigte man sich auch bei mir, worauf ich nur scherzhaft antwortete ‚Na, solange ich mein Kind nicht im Gang bekommen muss!‘

Auch nach der 2. Tablette war das CTG eher unauffällig, so dass ich nach Gabe der 3. Tablette auch wieder auf mein Zimmer dufte. Dort angekommen, gegen 19.00, versuchte ich mich bewusst etwas auszuruhen, was auch wunderbar klappte.

Doch dann wurde es doch etwas unangenehmer, ich stand auf…und die Blase platzte um Punkt 20.00. Da das Köpfchen noch nicht im Becken war, war mir schon vorher gesagt worden, dass ich im Falle eines Blasensprunges liegend in den Kreißsaal kommen solle. Also holte Michael die Schwester, die dann erst versuchte zu evaluieren ob ich denn tatsächlich einen Blasensprung gehabt hätte. Als ich dann erwähnte, dass es das 4. Kind ist, musste ich zum Glück doch nicht meine Unterhose vorführen sondern man machte mich bereit für den Transport. Der plötzlich nicht mehr schnell genug gehen konnte.

Endlich, gefühlte 2 Stunden, doch reelle 10 Minuten, im Kreißsaal angekommen, holte mich mein eigener Scherz wieder ein! Es gab tatsächlich kein einziges freies Geburts-oder Wehenzimmer!! Die Hebammen sahen mir an (wie ich da hoch auf meine Atmung konzentriert auf meinem Bettchen im Flur lag), dass sie nicht mehr lange Zeit hatten, und machten sich daran, ein Zimmer so schnell wie möglich für mich fertig zu machen. Während ich nur immer wieder Stoßgebete aussandte, dass unsere Tochter bitte nicht auf dem Flur zur Welt kommen wollte. Unserer Tochter hätte es sicherlich nichts ausgemacht, aber ein wenig Würde und Schamgefühl war bei mir dann doch noch übrig geblieben.

 

Ich schaffte es doch tatsächlich noch in das Geburtszimmer! Ja, ich kam sogar noch von meinem Stationsbett auf die Geburtsliege. Unglaublicher ctgWeise konnte man mich sogar noch an das CTG Gerät anschließen. Als die Hebamme und Schwester dann aber noch das Zimmer verlassen wollten bekam ich nur ein ‚Halt! Sie kommt schon!‘ heraus. Zum Glück nahmen sie mich ernst, kamen zurück und versuchten sich panisch zu erinnern, in welches Zimmer sie mich vor 2 Minuten gerad geschoben hatten, damit sie die Frauenärztin hinzurufen konnten. Zum Glück war mein wachsamer Mann anwesend.

Die Frauenärztin kam also pünktlich zur Geburt unserer Julia Felicitas ins Zimmer.

Wie Michael direkt kommentierte: ‚eine wahre Spontangeburt‘.

JFNoch heute muss ich den Kopf schütteln darüber, wie schnell alles ging. Um 20.00 hatte ich den Blasensprung. Um 20.23 hielt ich unsere Julia Felicitas bereits in den Armen. Ich glaube wenn es meine erste Geburt gewesen wäre, ich wäre doch sehr geschockt gewesen.
Doch das einzige was mir in den Kopf kam war ‚Meine Mummy hat etwas das Babies rausschießt!‘

Wo kommt so viel Liebe her?

DSC00523

Diejenigen, die meinen Blog schon länger verfolgen wissen, dass insbesondere das letzte Jahr für uns alle kein Zuckerschlecken war. Doch die Geburt von Julia, und ihre Anwesenheit, hat das Jahr dennoch gerettet.

 

Gerade heute meinte Oskar mal wieder zu mir ‚Ach Mummy, wie gut dass die Julia geboren wurde. Sonst wären wir alle bestimmt immer ganz traurig und würden weinen‘.

 

Ganz so wäre es sicher nicht. Wir wären auch ohne unsere Julia eine liebende Familie gewesen. Doch so sind wir komplett. Jeder von uns ist in sie vernarrt. Aber genauso merkt man, wie sie in jeden von uns total vernarrt ist.

 

Julia Felicitas schafft es tatsächlich in kürzester Zeit, die Herzen aller zu erobern. Fröhlich, freundlich, frech, selbstbewusst…sie macht einfach Spaß. Sie macht unsere Familie komplett.

 

Und ganz ehrlich, gibt es etwas Schöneres, als Liebe unter Geschwistern oder die Liebe zum und vom Papa sehen und förmlich spüren zu können?

 

outing

Julia Frederik

IMG_1292

Freya

Papa love

Pin It on Pinterest

Share This